,...was ist das denn?

Eine Nutztier Arche ist eine Zuchtstätte für vom Aussterben bedrohte, teilweise jahrhundertealte Nutztierrassen. Hier werden eine oder mehrere dieser traditionellen Rassen gehalten und weitergezüchtet, um ihre einzigartigen Eigenschaften bewußt zu erhalten.                                                                                                                                                              Nutztier Archen sind eine Initiative des Vereins VIEH.e.V. (www.vieh-ev.de).

Dieser Verein hat sich die Erhaltung von alten und vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen zum Ziel gesetzt.

Gefährdete Nutztierrassen können nur erhalten werden, wenn eine Nachfrage nach ihren Produkten entsteht, sich ihre Haltung also lohnt.

Die Aufmerksamkeit von Verbrauchern soll auf den Mehrwert dieser Produkte gelenkt werden. Dazu wurden ein einprägsames Logo und das Projekt  "mit Genuss erhalten" ins Leben gerufen, - dabei geht es nicht nur um den aussergewöhnlich guten Geschmack der Produkte, sondern auch um den Genuss des Züchtens und den Genuss des Anblicks und des Umgangs mit solch alten Rassen.

 

 

 

"Nutztier Arche Hof Wiedwisch"

 

.....  warum machen wir das?

 

Wir haben uns entschieden, mit unserer Nutztier Arche einen kleinen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt zu leisten und - nicht nur,  aber auch - Tiere zu züchten, die auf der roten Liste der gefährdeten Nutztierrassen stehen.

 

Unsere Tiere haben alle Zugang zu reichlich Freilandauslauf und Weide.

 

Für die Enten und Gänse haben wir kleine Teiche angelegt  und

auch unsere Hühner suchen sich einen Teil ihres Futters draußen selbst,  

- was gelegentlich zur Verwüstung unseres Gartens führt -,

die Eier aber auch besonders gut schmecken lässt.

 

 

 

Um Missverständnissen ausdrücklich vorzubeugen...

- wir verdammen hier nicht grundsätzlich moderne Haltungsmethoden und Hochleistungsrassen.

Mit der Einteilung in "gute" idyllische taditionelle Landwirtschaft und

"böse" moderne Massentierhaltung macht man es sich viel zu einfach.

 

Traditionelle, teilweise auch heute noch praktizierte Haltungsmethoden

in zwar kleinen Beständen, aber in dunklen, stickigen Ställen, das ganze Jahr

über und dann auch noch angebunden......

..wenn eine Kuh da die Wahl hätte, würde sie garantiert einen modernen,

 von Licht und Luft durchfluteten Laufstall mit fast freier Bewegungsmöglichkeit,

weichen Liegeflächen und schmackhaftem Futter wählen.

 

Eine so sichere Versorgung mit Nahrungsmitteln, in so guter Qualität und Vielfalt,

zu solch günstigen Preisen, wäre mit alten Nutztierrassen und traditionellen

Haltungsmethoden - unserer Meinung nach - auch nicht möglich.

 

Ob das alles in diesem Überfluss so gut und nötig ist, steht auf einem anderen Blatt...

 

Fast jeder hat hier aber die Möglichkeit, sich zu entscheiden und wenn dann auch mal bewusst ein Produkt von einer gefährdeten Nutztierrasse dabei ist, hat man schon durch die eigene Nachfrage einen kleinen Beitrag zu ihrer Erhaltung geleistet... und das ist einfach.

 

 

 

 

Unsere auf der roten Liste geführten Nutztierrassen

Altdeutsche Landgans (Bayerische Landgans)

Das erste Bad im Alter von 2 Tagen...
....und 5 Monate später schon fast ausgewachsen

 

Altdeutsche Landgänse stammen von der wilden Graugans ab, unsere Tiere haben in dieser ursprünglichen Form im Norden Bayerns überlebt. Sie sind nur mittelgroß, ausgewachsene Gänse wiegen etwa 4 -5 Kg, Ganter werden etwas schwerer. 

 

Sie sind robust, kommen also mit den hiesigen Witterungsbedingungen gut zurecht. Für die Weidehaltung sehr gut geignet, suchen sie sich einen  Großteil ihres Futters in Form von Gras selbst. Die Gänse benötigen, wie alles  artgerecht gehaltene Wassergeflügel, eine Wasserstelle zum Baden.

 

Als jahrhundertealte Hausgänserasse wurden  sie nicht durch Zucht auf Form und Farbe manipuliert. So sind die natürlichen Verhaltensweisen wie sehr gute Brütigkeit, Eiablage im Fegruar-März bei hoher Befruchtungs- und Schlupfrate (über 90 % bei 10-15 Eiern im Gelege) und sehr gutes Führen und Verteidigen der Gössel (auch durch den Ganter) erhalten geblieben.

 

Bemerkenswerterweise kommen alle bei Gänsen möglichen Gefiederfarben vor. Es gibt graue, hellblaue, blaue, braune, gelbe und weiße Tiere und Schecken in allen Variationen.

 

Im Verhalten sind die Gänse sehr ruhig, zutraulich und standorttreu. Sie sind voll flugfähig, was auch zu Landungen auf fremdem Terrain führen kann. Will man das vermeiden, schneidet man aus der Schwinge jede 2. Schwungfeder heraus , nur nicht die äusseren 3, sie sind für die Ablage des Flügels am Körper unverzichtbar.

 

Auch wenn es wegen der Farbvielfalt, Schönheit und Zutraulichkeit der Gänse schwerfällt, es müssen  auch welche gegessen werden. Wir geben gern schöne Tiere zur Weiterzucht und Arterhaltung ab,  - die anderen werden zu Weihnachtsgänsen.

Durch die artgerechte Haltung und ihre Flugfähigkeit haben sie einen vergleichsweise geringen Fettanteil. Verbunden mit ihrem feinfaserigen Fleisch erhält man einen sehr hochwertigen, köstlichen Braten, der je nach Gewicht auch schon ab 3-4 Personen geeignet ist.

 

Mehr Infos im Netz auch unter www.altdeutsche-landgänse.de.  Aus Wilko Janetzkos Zucht stammen auch unsere ersten Gänse.

 

Wir geben gern schöne, zur Zucht geeignete Gänse ab.

 

 

 

 

Aylesbury Ente

Dies ist unser schöner Zuchtstamm (mit dem Aylesbury-Erkennungszeichen..  rosa Schnabel), zwei Enten und ein Erpel, und wir hoffen in diesem Jahr auf reichlich Nachwuchs. Die Tiere stammen von original englischen Eltern und sind vom alten Wirtschaftstyp.

 

Aylesburyenten sind eine alte englische Mastentenrasse. Die Enten sind  weiß, schwer und von eher waagerechter Körperhaltung. Als Erkennungsmerkmal hat sie als einzige Entenrasse einen rosafarbenen Schnabel.

Besonders zeichnet sie sich auch durch ihr freundliches, zutrauliches Wesen aus.

 

Seit etwa 1750 ist sie bekannt und wurde bis etwa 1900 in großen Mengen gezüchtet und als Frischgeflügel auf dem Londoner Markt verkauft.

 

In Deutschland gibt es sie seit 1880, sie fand rasch schnelle Verbreitung und galt als Delikatesse.

Danach kamen andere Entenrassen auf und die Bedeutung der Aylesburyenten ging zurück. Heute gibt es weltweit nur noch wenige hundert ZUchttiere und sie gilt als extrem gefährdet.

 

Es gibt den alten Wirtschaftstyp, beweglich, ohne Kiel und ohne übermäßigen Fettansatz  und den Ausstellungstyp, schwer(fälliger) und mit einem Kiel knapp über dem Boden.

Der Wirtschaftstyp hat teilweise eine Legeleistung von 150 und mehr Eiern im Jahr, diese sind auch sehr gut zum Kuchenbacken geeignet.

Im Alter von 3-4 Monaten erreichen die Enten ein Gewicht von 3-3,5 kg.

 

 

Guteschaf

Jährlingsbock
weibliche Tiere
Die Tiere leben auch im Winter draußen (werden bei Schnee allerdings mit Heu zugefüttert), ein Stall ist normalerweise nicht nötig.

Das Guteschaf ist eine alte Hausschafrasse aus der Gruppe der nordischen Kurzschwanzschafe, das vor allem in Schweden gehalten wird. Tiere dieser Art waren auch in Norddeutschland bis zur Einführung und Einkreutzung von spanischen Merinos und englischen Rassen in die hiesigen Bestände vor etwa 150 Jahren weit verbreitet.

 

Das Guteschaf stammt im Wesentlichen von den Restbeständen auf der Insel Lilla Karlsö vor Gotland ab, die zu den seit langem auf Gotland gehaltenen Freiweideschafen gehörten. Um 1940 waren hier noch etwa 15 behornte Schafe vorhanden,  diese Tieren sind die Vorfahren aller heute lebenden Guteschafe.

 

Beim Guteschaf besitzen beide Geschlechter Hörner. Die Böcke tragen beeindruckende schneckenförmige und die Mutterschafe sichelförmige, deutlich kleinere Hörner. Die Wolle besteht aus zwei Typen von Wollfasern, dem gröberen Deckhaar (Grannen) und dem feineren Unterhaar. Sie ist sehr gut zum Filzen geeignet. Die Farben variieren zwischen hellgrau, rötlichgrau und dunkelgrau bis fast schwarz, rein weiß und schwarz kommen selten vor. Weiße Abzeichen sind weit verbreitet.

 

Guteschafböcke haben eine Wiederristhöhe bis zu 85 cm und wiegen zwischen 70 und 100 kg, die Mutterschafe sind mit bis zu 70 cm und einem Gewicht von 45 - 65 kg  zierlicher. Die Tiere sind genügsam, robust und wetterhart und stellen nur geringe Ansprüche an Fütterung und Haltung. Klauenpflege und Parasitenbekämpfung sind aber auch bei ihnen unerläßlich.

 

Als sehr ursprüngliche Rasse verlieren viele Tiere im Mai / Juni ihre Wolle meist noch von selbst, sie kann dann von Hand leicht abgezogen werden.

 

Die Brunft ist saisonal zwischen Ende Oktober und Dezember, die Lämmer werden dann also von März bis Mai geboren. Meist bekommen erstlammende Jährlinge nur ein Lamm, danach meist Zwillinge, - Drillinge sind glücklicherweise relativ selten.

 

Als Bestand werden z.Zt. in Schweden noch etwa 2000 - 3000 reinrassige Tiere gehalten. In Dänemark und Deutschland gibt es noch ca. weitere 1500 Guteschafe,  sie haben sich als besonders geeignet für die Landschaftspflege in Naturschutzgebieten erwiesen.

 

Wir halten in Zusammenarbeit mit einem befreundeten Züchter etwa 30 Mutterschafe und mindestens zwei nicht verwandte Böcke als Zuchtbestand. Die Tiere sind sehr aufmerksam und werden sehr schnell zutraulich. Sie sehen sehr ursprünglich aus, aber auch die älteren Böcke sind nicht agressiv.

 

Der Umgang mit den Tieren wird durch die Hörner sehr erleichtert, - man hat immer einen "Griff" zum festhalten.

 

Zuchttiere geben wir gern ab, -  eine Zuchtgruppe aus unserer Herde hat es bis ins Emmental geschafft und so wurden in 2015 dort die ersten Guteschafe in der Schweiz geboren.

Überzählige Tiere werden im Spätherbst geschlachtet und finden wegen des besonderen, wildähnlichen Geschmacks  sehr guten Absatz.